Kleine Welt der Spiele

Kleine Welt der Spiele

John Romero’s Daikatana PC Spiel

daikatana

Heiß erwartet? Belächelt? Verlacht? Gehasst? Alles Begriffe die auf John Romeros neuestes Werk Daikatana und seine Entstehungsgeschichte zutreffen könnten.

Nach unzähligen Verschiebungen und Verzögerungen ist es endlich da! Zuletzt hat niemand mehr richtig geglaubt, dass es noch kommen würde. Eineinhalb Jahre Verspätung, wenn man den alleresten optimistischen Releasetermin mitrechnet.

Optisch ist es sicher kein Meilenstein. Das fällt beim ersten Starten des Spiels sofort auf. Die alte Q2-Engine wurde nur marginal verbessert, Charaktere sehen klobig aus, da sich ihre Polygonzahl wohl weit unter angenehmen 600 bewegt.

Das Spiel beginnt damit, dass der Held – seines Zeichens Schwertmeister und Lehrer – von einem alten, gebrechlichen Mann aufgesucht wird, der ihn um Hilfe gegen den fiesen Mishima bittet. Mishima , Chef der Mishimacorporation scheint das ganze Böse dieser Welt in sich vereint zu haben, so schlimm wird er dargestellt. Nun denn, als der alte Mann auf einmal von Schüssen niedergestreckt wird und vor unserem Helden zusammenbricht, steht für den Helden fest, dass er die letzte Bitte des Sterbenden Mannes erfüllen wird: Der Held soll seine Tochter zu befreien und das heilige Schwert Daikatana von Mishima zurückbringen. Dieses magische Schwert ermöglicht es jedem, der es besitzt, Zeitreisen zu machen.

Der Held zieht zuerst los, um die Tochter zu befreien. Sie wird in Mishimas Firmen Hauptquartier gefangen gehalten. Dieses Hauptquartier stellt sich aber ziemlich bald als Festung heraus, die unter anderem ein riesiges “Verlies” besitzt. Unser Held muss nun also das gesamte Verlies nach Mikiko durchsuchen und findet dabei heraus das dort Versuche an Menschen durchgeführt werden. An einer Stelle kommt man in einen Keller und ist Zeuge wie ein Mensch bei lebendigem Leibe seziert wird. Beinahe so geschmackvoll wie der Horrorshocker “Haunted Hill”…

Auf dem Weg durch das Verlies wird natürlich darauf Wert gelegt soviele von Mishimas angestellten – seien sie bewaffnet oder nicht – von der Last des Lebens zu befreien. Ja, sogar die vermeintlich unschuldigen Wartungstechniker sollte der besonnene Spieler tunlichst aus dem Weg räumen, da die Techniker sonst ja auf dumme Gedanken kommen und die Wachen alarmieren könnten. Während unser Held auf der Suche nach Mikiko ist, läuft ihm “Firefly” über den Weg, der ebenfalls ein Hühnchen mit Mishima zu rupfen hat. Also ziehen die beide gemeinsam weiter und sorgen ein bisschen für Aufruhr.

Leider haben die Begleiter (später gesellt sich noch Mikiko dazu) die Weisheit nicht gerade mit Löffeln gegessen und werden des öfteren in Türen zerquetscht, was sofort mit einem GAME OVER für den Spieler geahndet wird. Dies wäre ja nicht allzu tragisch, wenn man oft genug speichern könnte. Aber leider ist man in Daikatana an SaveGems gebunden – riesige rote Juwelen, die es genau einmal erlauben, das Spiel zu speichern.

Bei der Häufigkeit mit der die SaveGems vorkommen, ist man froh, wenn man einmal pro Level speichern kann. Zum Glück ist Meister John Romero nachsinnig mit schwächeren Spielern und hat eine automatische Speicherfunktion eingebaut, die bei jedem Levelwechsel speichert. Aber das ändert die Problematik leider nicht, zumal manche Levels wirklich riesig sind.

Die Palette der Waffen reicht vom Neutronenblaster bis zum Hammer des Zeus – sehr vielseitig. Hier hat man sich wirklich was einfallen lassen. Die Auswahl an Waffen wird durch Zeitreisen gerechtfertigt – vier verschiedene Zeitalter werden besucht: Ferne Zukunft, Altes Griechenland, das Mittelalter und die Neuzeit. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Leider ist das Leveldesign nicht besonders einfallsreich. Zugegeben, die Rätsel sind oft recht originell aber generell viel zu einfach zu durchschauen, so dass man selten länger als fünf Minuten an einem Rätsel sitzt. Sollte man mit einem Rätsel länger beschäftigt sein, kann man stark davon ausgehen, dass man ein paar Level zuvor etwas vergessen hat und den ganzen Weg zurück gehen muss, um das Vergessene nachzuholen. Dies kann sehr frustrierend sein, zumal es an manchen Stellen von Fehlern nur so wimmelt: Da kann man auf einmal eine Tür nicht mehr bewegen, oder eine andere Tür entwickelt ein seltsames Eigenleben und geht ständig auf und zu – die Mutation zum Spielspasskiller ist nicht weit weg, denn praktisch jedesmal, wenn man an einer solchen Tür vorbei läuft geht einer der Begleiter über den Jordan und man kann wieder neu beginnen.

In allen 3d Shootern ist die Bedienung genormt. Jeder kann sich die Tasten so belegen, wie er will. In der Regel ist es also nicht nötig auf die Steuerung einzugehen, ausser, wenn sie aussergewöhnlich, oder sehr unpräzise ist.

Review:

Comments are Closed

© 2017: Devries | Easy Theme by: D5 Creation | Powered by: WordPress